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Übersicht:

* Grundsätzliches * Kameras * Objektive * Zubehör * Aufnahmetechnik * Bildgestaltung * Ablauf einer Safari Grundsätzliches Über Digitalfotografie kann man im Internet und Zeitschriften genug lesen, daher hier mehr der Aspekt des Fotografierens auf Safari. Vieles hier Gesagte gilt nicht nur in Afrika, sondern auch in der Camargue in Südfrankreich, in der Extremadura in Spanien und anderswo. Vorteile der digitalen Fotografie sind die sofortige Ansicht und Bildkontrolle, die Anpassung der Lichtempfindlichkeit d.h. ISO- Zahl an die jeweiligen Aufnahmebedingungen (entspr. der Tageszeit), keine Gefährdung von Filmmaterial durch Röntgenstrahlen bei Flughafenkontrollen und schließlich die spätere Nachbearbeitungsmöglichkeit des Bildmaterials am PC, insbesondere im RAW-Format. Kameras Mittlerweile gibt es einige DigiCams, auch Bridgekameras genannt, die auch den Anforderungen einer Safari genügen. Digicams der führenden Hersteller haben oftmals auch lange Brennweiten von 20fach und mehr und einen Bildstabilisator. Die Bildqualität lässt allerdings leider kaum Ausschnittvergrößerungen zu. Weniger für Safaris geeignet sind Handys wegen mangelnder Fotoqualität und Robustheit. Digitale Spiegelreflexkameras sind ganz klar im Vorteil. Dieser Kameratyp gilt als robuster und ist aufgrund des höheren Gewichts auch verwacklungsärmer als Digicams. Entscheiden Sie sich aber möglichst für eine der beiden großen Kamerahersteller, d.h. Canon oder Nikon, denn nur die haben die wirklich grosse Objektivauswahl, egal ob Zoomobjektiv oder Festbrennweite. Die neuere Spiegelreflexkameras haben meist eine hohe Auslösegeschwindigkeit. Tip: Wenn Sie anspruchsvollere Fotografie betreiben wollen, dann fotografieren Sie auf der Safari möglichst im RAW-Format. So haben Sie hinterher mehr Bearbeitungsspielraum ! Zweitbody  Als engagierter Fotograf sollten Sie über einen Zweitgehäuse für Ihre Safari nachdenken, denn so haben Sie mehr Möglichkeiten und sparen (oft) den unangenehmen Objektivwechsel (Staubgefahr) und sind schneller im Handling. Gegebenenfalls können Sie sich solch eine zweites Gehäuse ja ausleihen. Objektive Telezoom-Objektive sind als Allrounder auf Safari ideal, denn im Safarifahrzeug kann man sich selbst ja nicht viel bewegen. Für die meisten Safariaufnahmen sind Zoomobjektive zwischen 200-400 mm gut zu gebrauchen. Will man jedoch auch kleinere Tiere und Vögel  formatfüllend fotografieren, wird man eine längere Brennweite  (evtl. sogar mit Telekonverter) benötigen. Für die Canon ist das EF 100-400 / 4,5-5,6 L IS II USM und für die Nikon das AF 80-400 4,5-5,6 die Universalobjektive von guter Qualität. Alternativen an Fremdobjektiven sind das Tamron Objektiv SP AF 150-600mm 5.0-6.3 oder das Sigma Sport AF 150-600mm 5.0-6.3 Telekonverter werden meist eher bei der Vogelfotografie zum Einsatz kommen. Telekonverter sind gut geeignet, um z.B. kleine Vögel formatfüllend ins Bild zu setzen, eignen sich aber nicht, um weit entferntes “ran zuholen”, denn Hitzeschlieren, die zu Unschärfen führen, verhindern das ! Zubehör Speicherkarten werden zum Glück immer preiswerter bzw. schneller. Auf Safaris sollten es aber welche von Markenanbietern, wie Sandisk, Transcend, Lexar o.a. sein. Bei einer schnellen Spiegelreflexkamera und schnellen Bilderserien z.B. von jagenden Geparden haben sich Speicherkarten mit schneller Transfergeschwindigkeit bewährt. Lesen Sie aber in jedem Fall nach, welche Speicherkarten für Ihr Kameramodel besonders geeignet sind. Schaffen Sie sich rechtzeitig vorher reichlich Speicherkarten ein, denn Sie werden auf Safari mehr Aufnahmen machen, als Sie sich vorher hätten vorstellen können. Falsche Sparsamkeit schadet hier nur ! In Lodges sind mit Glück SD-Karten erhältlich, aber keine CF-Speicherkarten! USB-Kartenlesegerät mit USB-Anschlusskabel am besten mit USB3 sollte man in keinem Fall vergessen. Notebook mitnehmen als sogenannten Bildertank. Die Möglichkeit Speicherkarten als Medium wiederbeschreiben zu können, ist das eine, aber wohin mit den vielen Bildern während der Safari ? Mini-Notebooks von ASUS, MSI, Medion pp. mit einer Displaygröße ab 10" und dem erträglichen Gewicht von 1 kg gibt es auf den Markt. Eine externe 2,5” Festplatte ab 500 GB als Backup-Speichermedium hat sich bewährt, da man diese am PC zuhause schnell anschliessen kann z.B. Transcend StoreJet M3 Noch sicherer sind nun als Speichermedium die neuen SSD Festplatten, da keine beweglichen Teile und somit stoßunempfind- lich z.B. SanDisk Extreme Portable SSD Meine Speicherkarten sichere ich jeden Abend unter dem jeweiligen Datum auf dem Netbook und der Backup-Festplatte. Das Netbook ist aber nicht nur Bildertank, sondern kann auch als Safari-Reisetagebuch genutzt werden. Möglichkeit der Bildstabilisierung auf Safari Stative sind relativ schwer und im Jeep zu sperrig. Ein Bohnensack gibt`s in versch.Größen und Formen. Er hilft als Auflage am Fenster oder am Dach gegen das Verwackeln auf der Pirschfahrt. Sie können ihn vor Ort mit Bohnen, Reis pp. füllen und den inhalt nach der Safari verschenken. So sparen Sie Reisegewicht ! Ein Scheibenstativ bzw. Autostativ, mit dem kann man stabilisiert aus dem Seitenfenster fotografieren kann. Mehr für Semi-/Profis, d.h. teurer und schwerer, aber stabiler ist das Kirk Autoscheibenstativ "Window Mount" Zur Befestigung an der Dachreeling des Jeeps gibt’s es z.B. von Manfrotto das Klemmstativ Superclam, das allerdings nicht leicht ist. Tip: Fragen Sie vor Safari-Start beim Veranstalter nach, ob Bohnensäckchen gestellt werden. Stromversorgung: Akku - nehmen Sie genügend Reserve-Akkus mit. Die Wiederaufladung ist in der Regel kein Problem. Tipp: Vergessen Sie nicht, das Ladegerät und alle Anschlusskabel einzupacken ! Gegebenenfalls kann man ein Ladegerät anschaffen, das über den Autobatterie-Anschluss (Zigarettenanzünder) angeschlossen werden kann. Adapterstecker Die Lodges sind meist recht komfortabel und haben den ostafrikanisch-englischen 3pol- Stromanschluß mit 220V Strom. Adapter nicht vergessen (siehe Abbildung) Zur Stromversorgung in Camps sollte man sich bereits vor Reiseantritt beim Veranstalter erkundigen. In einigen Camps und einfachen Lodges ist die Stromversorgung oftmals auf einige Stunden beschränkt. Meist kann man hier die Akkus zur Aufladung an der Rezeption abgeben. (Namensschildchen auf den Akkus nicht vergessen!) Blitzgerät mit Better Beamer Blitzvorsatz kann morgens oder am späten Nachmittag, sowie evtl. auch zur Aufhellung zum Einsatz kommen. Blasebalg / Microfasertuch das abendliche Reinigen der Kamera sollte selbstverständlich sein. Taschenlampe, ideal ist eine LED Stirnlampe (sieht blöd aus, ist aber sehr nützlich auf Safari und auch im Campzelt). Fototasche /-Rucksack  Die Erschütterungen durch das Rütteln und Schütteln während der Jeeptour sind auch nicht ohne. Eine gut gepolsterte und dennoch leichte Trekking- bzw. Fototasche ist sehr sinnvoll. Empfehlenswert sind z.B. LowePro, Tamrac und ThinkTank. Es gibt viele, verschiedene Modelle, aber denken Sie dabei auch an die Richtlinien der Fluggesellschaften für Handgepäck und Grössenbeschränkung (max. 55x40x20 cm), das zulässige Gewicht für Handgepäck variiert je nach Fluggesellschaft zw. 6-12 kg. Die British Airways u. KLM / Kenya Airways sind wohl mit am kulantesten. Foto-Koffer aus Kunststoff oder Alu signalisieren sowohl dem Zoll als auch potenielle Dieben „wertvolle Ausrüstung“ und genau das sollte man vermeiden ! Ein normaler Fotorucksack ist da die bessere Wahl. Übrigens, Kamera mit Objektiv und wichtigstem Zubehör immer als Handgepäck mitnehmen. Wäre sicher schade, wenns verloren geht oder beschädigt ankommt. Hatte ich bislang eine Plastiktüte als Schutz bei Regen empfohlen, so muss ich nun darauf hinweisen, dass die Einfuhr von Plastiktüten in sehr viele afrikanische Ländern, wie Kenia, Tansania, Botswanan pp. mittlerweile verboten ist. Aufnahmetechnik Wenn Sie sich auf Ihre Safari vorbereiten wollen, dann machen Sie sich vorher mit Ihrer Kamera vertraut. Top 1. Gehen Sie mit Ihrer Kamera und anhand der Bedienungsanleitung alle Funktionen der Kamera durch. Machen Sie dabei auch entsprechende Testfotos. Top 2. Versuchen Sie mal z.B. die Tauben auf dem Dach Ihres Nachbarhauses zu fotografieren. Kontrollieren Sie anschließend die Schärfe und Qualität der Aufnahmen. Top 3. Besuchen Sie mit Ihrer Kamera einen Zoo und machen Testfotos. Aus Fehlern, die Sie dort machen, können Sie nur lernen! Denn auf der Safari sollten Sie Ihre Kamera kennen und wissen, wie und welche Einstellungen Sie machen müssen. Bildgestaltung Ein wenig "Bildgestaltung" hat noch nie einem Foto geschadet. Ein halb "abgeschnittenes" Tier ist meist nichts halbes und nichts ganzes, im wahrsten Sinne des Wortes. Man sollte ein Tier vor der Aufnahme (nach Möglichkeit) etwas studieren, bis z.B. der Löwe in Richtung Kamera blickt oder er eben ansetzt, um "herzhaft" zu gähnen. Das sind dann die Momente, die wir Fotografen bevorzugen, um lebendige Fotos zu machen. Liegt bzw. blickt das Tier z.B. nach rechts, so sollte es sich in der linken Bildhälfte befinden. Es blickt dann nämlich ins Bild (und nicht aus dem Bild heraus). Das Porträt eines Tieres ist etwas sehr interessantes, dass uns besonders bei Primaten sehr berührt. Aber wir sollten auch Fotos versuchen, die umgebende Landschaft mit einzubeziehen. Diese ist Bestandteil der Natur des Landes und dadurch unverwechselbar. Nehmen wir nur Tiere nah auf, dann heißt es ganz schnell, die Aufnahmen könnten auch aus dem Zoo stammen. Für Landschaftsaufnahmen brauchen wir natürlich ein Weitwinkel-Objektiv. Es gibt z.B. vom Amboseli Nationalpark keine schöneren Aufnahmen, als solche mit dem schneebedeckten Kilimanjaro im Hintergrund.

Ablauf einer Safari:

Je nach Safari geht es bereits morgens vor dem Frühstück um ca. 6 - 6:30 Uhr auf die Frühpirsch. Safaris sind nichts für Langschläfer. Ein Kaffee vor dem Start muss genügen. Eine warme Jacke, bzw. ein Pullover ist hier im Landesinneren trotz Afrika erforderlich, denn über Nacht kann es (auch je nach Höhenlage und Jahreszeit) empfindlich kalt werden. Nehmen Sie zur Frühpirsch ein lichtstarkes Objektiv mit oder erhöhen Sie die Lichtempfindlichkeit (ISO-Einstellung) Ihrer Kamera – bei digitalen DSLR´s auf ca. 400-800 ISO ! Mit einer kleinen Digicam sollten es nicht mehr als 400 sein, denn das Bildrauschen steigt mit höherer ISO-Einstellung sehr stark an. Zusätzlich sollten Sie Ihre Digicam auflegen, um Verwacklungen zu vermeiden. Seien Sie mit Ihrer Kamera ständig bereit: Auch wenn alles völlig ruhig aussieht – im nächsten Augenblick könnte das Motiv auftauchen, von dem man gemeinhin nur träumt! Nehmen Sie von Ihrer Fotoausrüstung lieber mehr als zuwenig mit. Sie wissen ja nicht, welche Motive Sie erwarten. Zudem brauchen Sie es ja nur bis zum Fahrzeug zu tragen. Reserve-Akkus und Speicherkarten nicht vergessen. Die ISO-Einstellung werden Sie jetzt auf 100 bis 200 ISO stellen können, es sei denn, Sie haben sowieso Auto-ISO eingestellt. Und für die Safari gilt, lieber dem Fahrer einmal zuviel "Stop" zurufen, als ein verpasstes Fotomotiv. Die kommen nämlich erfahrungsgemäß nicht wieder. Scheuen Sie sich auch nicht davor, den Fahrer zu bitten, den Jeep ein paar Meter vor oder zurück zu setzen. Während der Mittagpause kehrt man zurück in die Lodge, es sei denn, man hat eine Ganztages-Pirschfahrt (in Absprache mit dem Fahrer bzw. laut Programm). Zur Nachmittagspirschfahrt wird meist gegen 15:30-16 Uhr gestartet. Währenddessen sollten Sie den eingestellten ISO-Wert je nach Licht im Auge behalten. Mit etwas Glück erwischen Sie auch noch einen schönen Sonnenuntergang, bevor Sie zwischen 18:30 und 19 Uhr die Lodge wieder erreichen. Jeden Abend empfiehlt es sich die Bilder nach der Rückkehr in der Lodge auf einem Bildertank oder Notebook zu speichern. Währenddessen sollten Sie Ihre Kamera und Objektiv von Staub und Schmutz reinigen. So sind Sie gerüstet für den nächsten Safaritag. Abschließend: Was dazu gehört sind neben einer guten Ausrüstung: Glück, Geduld und eine gehörige Portion Frustfestigkeit. Safari ist trotz Pauschaltourismus immer noch ein kleines Stück letzte Freiheit und Abenteuer. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn nicht all Ihre Bilder gleich Meisterfotografien werden. Dies ist umso mehr ein Grund, mal wieder eine Safari in Afrika zu machen. Denken Sie auch daran, dass berufsmässige Naturfoto-grafen wochen- und monatelang in Afrika Aufnahmen machen und das mehrfach. Verglichen mit dem engen Zeitfenster einer 3-5 tägigen Safari werden Sie daher durchaus mit Ihrem Bildmaterial zufrieden sein können. Werbung in eigener Sache: Sollte Ihnen noch ein schönes Motiv zur Erinnerung fehlen, so finden Sie unter Links bei                                          einige meiner Safaribilder. Sie können bei dem jeweiligen Bild unter “alle Artikel anzeigen” die entsprechende Größe als Poster, auf Leinwand oder  als Tapete auswählen.
Elefanten am Kilimanjaro FineArtPrint FineArtPrint
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