
Safari - Videotipps
Übersicht:
Grundsätzliches
Filmen
kann man nicht mit Fotografieren vergleichen, denn „bewegte Bilder“ sind ein
ganz anderes Medium. Nichts ist aber schöner, als zuhause im grauen Herbst/Winter die Gardinen zu zuziehen und sich seinen Afrika-Film anzusehen !
Wie beim Fotografieren (und ich werde noch öfters Bezug darauf nehmen) hängt es
beim Videofilmen viel weniger von der Technik als vom Auge für das Erfassen
geeigneter Motive ab. Da
man beim Camcorder das Zoomobjektiv als Standard hat, kann man den Bildausschnitt
relativ frei wählen. Dies ist auch gut so, denn im Jeep (oder kl.Bus) ist man
in seiner Beweglichkeit hinsichtlich des Standortes ja zwangsläufig etwas
eingeschränkt. Viel stärker als bei der Safari-Fotografie muss man darauf
achten, möglichst wenig zu verwackeln. Dies ist auch leichter gesagt als getan,
wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Nicht immer stellt der Jeepfahrer den Motor
ab, des weiteren haben
manche lieben Mitreisenden die Angewohnheit genau dann „rumzuhampeln“, wenn Sie
gerade Ihre Aufnahme möglichst verwacklungsfrei starten wollen. Dazu
kommt, dass Sie den Camcorder auch nicht unbedingt mit absolut ruhiger Hand
halten werden. Anders als beim Foto, wo Sie die Verschlusszeit entsprechend auf
1/250 und mehr erhöhen können, ist dies beim Camcorder (für Amateure) nicht
möglich. Mittlerweile werden zum Glück einige Camcorder mitAntiverwacklungs-System angeboten.
Camcorder
Auch wenn einige Amateure noch Hi8 und VHS-C Camcorder besitzen, hat das digitale
Zeitalter mit Formaten wie anfangs Digital8, mittlerweile MiniDV als
Standardformat und schließlich auch das Filmen direkt auf DVD bzw. Festplatte bzw. Speicherkarte Einzug
gehalten.
Mit einem der gängigen Marken machen Sie in der Regel nichts verkehrt. Der Preis
wird von der Ausstattung des Geräts und der Auflösung des Aufnahmesensors CCD
bestimmt. 800.000 Pixel sind schon zu gebrauchen, viele neue Camcorder liegen
bereits im Bereich von mehr als 1 MegaPixel. Im Unterschied zu frühern Geräten
wurde die Bildqualität schon zusehends gebessert. Bessere, klarere Farbwiedergabe,
höhere Kantenschärfe pp. lohnen sich. Mittlerweile sind auch im Videohobby-Bereich HD-Camcorder zu haben.. Camcorder haben meist einen viel größeren
Zoom (12-20 fach) als DigiCams. Den digitalen Zoombereich (100-200 fach)
sollten Sie aber ganz schnell wieder vergessen, denn die Bildqualität ist dann
nicht mehr akzeptabel. Achten
Sie beim Kauf darauf, dass Ihre Kamera gut in der Hand liegt. Leider werden die Geräte immer kleiner, sind dadurch weniger rubust und weniger verwacklungsfrei in der Hand zu halten. Sie werden das
Gerät aber viel länger in der Hand halten, als ein Fotograf seinen Fotoapparat.
Zubehör
Auch wenn Sie eine Camcordertasche mitnehmen, ist eine Plastiktüte für die Kamera gegen
den Staub unterwegs recht nützlich.
Wechseln Sie die Videocassetten nur, wenn Sie sicher sind, dass kein Staub durch die Gegend weht. Der Video-Aufnahmekopf
Ihres Camcorders wird es Ihnen danken.
Als Filmmaterial sind die MiniDV-Cassetten recht praktisch. Sie sind in einer Lauflänge von 45 / 60 / 90 Minuten
erhältlich. Cassetten mit noch längeren Aufnahmezeiten sollten nicht benutzt
werden, weil deren Bandmaterial dünner und damit anfälliger für Störungen ist. Nummerieren Sie die Bänder vor Ihrer Reise und
schreiben Sie nach dem Entnehmen entweder Aufnahmedatum oder den Nationalpark
drauf. Nehmen Sie lieber eine Cassette mehr als eine zuwenig mit, auch wenn Video-Cassetten in Kenia (selbst in Lodges) einfacher
als Speicherkarten für DigiCams zu kaufen sind.
Klar - ein hochvergüteter UV-Filter
als Vorsatz ist in Afrika ein Muss. Er schützt das Objektiv vor
Staub oder Beschädigungen. Eine verkratzte Frontlinse kann ein wertvolles
Objektiv ruinieren.
Gegen das Verwackeln auf der Pirschfahrt hilft als Auflage am
Fenster oder am Dach ein Beanbag,
sprich Bohnensack in ca. DIN A4 Grösse. Sie können ihn mit (fertig
erhältlichen) Kirschkernen oder vor Ort mit Bohnen, Reis pp. füllen. Wegen der
hohen Strapazierfähigkeit habe ich mich für einen Bohnensack aus Leder
entschieden. Für kleine Kameras gibt es das Red Pod als Unterlage im Handel.
Ein Stativ ist relativ schwer und im Jeep zu sperrig. Wenn, dann sollte es ein Einbein-Stativ, aus
Gewichtsgründen möglichst aus Carbon sein. Allerdings sind Stative aus Carbon zwar
leicht, aber auch teuer. Eine weitere Möglichkeit ist ein Scheibenstativ mit dem man aus dem Seitenfenster fotografieren kann.
Zur Befestigung an der Dachreeling des Jeeps gibt’s es z.B. von Manfrotto ein Klemmstativ, das allerdings nicht
leicht ist.
> Foto demnächst hier
Zum Thema Stromversorgung: Nehmen
Sie zumindest einen Reserve-Akku mit.
Die Lodges sind meist recht komfortabel und haben den
ostafrikanisch-englischen 3pol-Stromanschluß mit 220V Strom. Adapter nicht
vergessen. Zur Stromversorgung in Camps sollte man sich bereits vor
Reiseantritt beim Veranstalter erkundigen. In einigen Camps und einfachen
Lodges ist die Stromversorgung oftmals auf einige Stunden beschränkt. Meist
kann man hier die Akkus zur Aufladung an der Rezeption abgeben.
(Namensschildchen auf den Akkus dann nicht vergessen!)
Das abendliche Reinigen der Kamera sollte selbstverständlich sein. Also einen Blasebalg, d.h. Luftpinsel mitnehmen
(das ist so ein Teil mit einem kl. Blaseball dran). Anschliessend den Filter mit
einem Mikrofasertuch reinigen.
An die Videoausstattung werden große Ansprüche gestellt. Man sollte
sich auch mit den landesüblichen Regenzeiten beschäftigen, wobei nicht
automatisch Regenzeit = schlechte Filmzeit bedeutet. Gewaltige Wolkenformationen
bekommt man eben hauptsächlich in der Regenzeit "drauf". Ist man in
dieser Zeit auf Safari oder auch schon kurz vorher, dann ist eine Kamera-Regenhülle sicher eine
praktische Anschaffung. Eine Plastikeinkaufstüte erfüllt nach meinen
Erfahrungen kurze Zeit seinen Zweck als Behelf, mehr aber auch nicht.
Trockenzeit kann aber auch Staubzeit sein und wer dann mit seinem
Fahrzeug schon mal hinter einem anderen Jeep hergefahren ist, der weiß, was das
bedeutet!
Die Erschütterungen durch das Rütteln und Schütteln während der Jeeptour sind auch nicht ohne. Eine gut gepolsterte Trekking- bzw. Videotasche ist sehr sinnvoll. Empfehlenswert sind
z.B. LowePro und Tamrac.
Tipp: Da eine Safari meist schon teuer genug ist, lohnt es sich vordem Kauf von Kamera und Zubehör bei diversen Preisvergleich-Seiten im Internet
zu recherchieren.

Aufnahmetechnik
Wenn Sie sich auf Ihre Safari vorbereiten wollen, dann machen Sie sich vorher
mit Ihrer Videokamera vertraut.
Top 1.
Nehmen Sie Ihre Kamera in die Hand und gehen Sie mit Ihrer Bedienungsanleitung
alle Funktionen der Kamera durch. Machen Sie dabei auch entsprechende
Probefilmaufnahmen.
Top 2.
Dann besuchen Sie mit Ihrer Kamera einen Zoo und machen dort Testaufnahmen. AusFehlern, die Sie dort machen, können Sie nur lernen! Kontrollieren Sie anschließend die Qualität der Aufnahmen. Denn auf der Safari sollten Sie Ihre Kamera kennen und wissen, wie und welche Einstellungen Sie
machen müssen.
Aufnahmegestaltung
Nehmen Sie lieber eine Szene /Sequenz zu viel auf, denn ein späterer guter Film
zeichnet sich durch guten Schnitt aus. Je mehr Auswahl, umso besser.
In der Regel wird der Film die Safarifahrt „erzählen“ (es sei denn, an Ihnen ist
ein Regisseur Spielberg verloren gegangen und Sie haben außergewöhnliche
Ideen).
Nehmen Sie also auch ruhig die Vorbereitung der Safari, das Packen des Jeeps und ein
paar Fahrt-Sequenzen auf. Gerade die Fahrt bringt etwas „Action“ auf den Film.
Von den Fahrt-Sequenzen wählen Sie beim Schnitt diejenigen aus, bei denen es am
wenigsten gewackelt hat, was sich bei der Aufnahme zwangsläufig nicht vermeiden
lässt. Bei den Tieraufnahmen atmen Sie ruhig durch und halten den Camcorder
möglichst ruhig. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen und schwenken Sie auch
nicht wild durch die Gegend. Schauen Sie sich ruhig mal vorher einen Tierfilm
an (z.B . auch Klassiker wie
Prof.Grzymek`s „Serengeti darf nicht sterben“). Sie können davon
nur lernen. Wenn
Sie die faszinierende Landschaft aufnehmen wollen, machen Sie einen ruhigen und
langsamen Schwenk. Achten
Sie bei Ihren Aufnahmen darauf, dass der Horizont gerade, d.h. waagerecht im
Sucher zu sehen ist. Zoomen
Sie möglichst nicht während des Filmens. Übrigens, in der Regel. zoomt kein
Fernseh-Kameramann in einem Spielfilm. Zoomen Sie also die Tiere während der Aufnahmepause „ran“ und starten Sie dann
erst die Aufnahme.

Ablauf einer Safari:
Je nach Safari geht es bereits
morgens vor dem Frühstück um ca. 6:30 Uhr auf die Frühpirsch. Safaris sind
nichts für Langschläfer. Ein Kaffee vor dem Start muss genügen. Eine warme
Jacke, bzw. ein Pullover ist hier im Landesinneren trotz Afrika erforderlich,
denn über Nacht kann es (auch je nach Höhenlage und Jahreszeit) empfindlich
kalt werden.
Vergessen Sie auch zur Frühpirsch nicht Ihre Kameraauflage (Bohnensack), denn Sie sollten Sie Ihren Camcorder auflegen, um Verwacklungen zu vermeiden.
Seien Sie mit Ihrer Kamera ständig bereit: Auch wenn
alles völlig ruhig aussieht – im nächsten Augenblick könnte das Motiv
auftauchen, von dem man gemeinhin nur träumt!
Die Vormittagspirschfahrt startet meist zwischen 8-9 Uhr. Reserve-Akkus und
DV-Videobänder nicht vergessen.
Und für die Safari gilt, lieber dem Fahrer einmal zuviel
"Stop" zurufen, als ein verpasstes Motiv. Die kommen nämlich
erfahrungsgemäß nicht wieder. Scheuen Sie sich auch nicht davor, den Fahrer zu
bitten, den Jeep ein paar Meter vor oder zurück zu setzen.
Während der Mittagpause kehrt man
zurück in die Lodge, es sei denn, man hat eine Ganztages-Pirschfahrt (in
Absprache mit dem Fahrer bzw. laut Programm). Nach dem Essen ist Entspannung
nützlich. Manche legen sich etwas an den Pool, andere machen auch gerne einen
„Fußsafari“ durchs Gelände der Lodge und können dort Tiere, wie Meerkatzen,
Klippschliefer, Agamen, Webervögel, Toko`s und vieles mehr sehen. Das pralle
Licht zur Mittagszeit ist natürlich nicht sehr günstig zum Filmen.
Seien Sie bei Ihrem Spaziergang auch vorsichtig, denn Sie befinden
sich gleichwohl in der Wildnis. Achten Sie darauf, wohin Sie treten und
verlassen Sie in keinem Fall das Gelände der Lodge!
Zur Nachmittagspirschfahrt wird
meist gegen 15:30-16 Uhr gestartet. Mit etwas Glück erwischen Sie auch
noch einen schönen Sonnenuntergang, bevor Sie zwischen 17:30 und 18:3o Uhr die
Lodge wieder erreichen.
Jeden Abend empfiehlt es sich, dass Sie Ihren Camcorder und das Objektiv von Staub und Schmutz
befreien, sprich reinigen. So sind Sie gerüstet für den nächsten Safaritag.
Videobearbeitung
Dank PC ist der Videoschnitt für Amateure kein all zu grosses Problem mehr. Empfehlenswerte Programme sina u.a. Magix Video deLuxe, Pinnacle Studio und Adobe Premiere.
Das A + O des Videofilms ist der Videoschnitt, denn er sorgt beim Zuschauer für
Spannung und Neugierde. Beim Videoschnitt trennt sich sozusagen die Spreu vom
Weizen. D.h. gute Szenen bleiben, weniger gute Szenen schneiden wir raus. Dann
trimmen wir die gute Szenen, d.h. sie werden auf den Punkt genau gekürzt, bis
die Szene „steht“. Bei den genannten Programmen können Sie auch Fotos in Ihren
Film einbinden.
Hinzu
kommen anschließend ein guter Titel und ein paar Überblendungen. Und da ich
gerade „Fotos einbinden“ nannte, eine Karte der Safariroute macht sich auch
sehr gut, damit die Gäste bildlich nachverfolgen können, wo Sie auf Safari waren.
Aber
kein guter Film ohne guten Ton und da kommt auch schon das Problem. Weder
während der Fahrtaufnahme, noch bei der Aufnahme der Tiere werden Sie in der
Regel einen brauchbaren Ton haben. Tut mir leid, aber weder die Motorgeräusche
des Jeeps, das Piepsen des Funksprechgerätes des Fahrers, noch die Gespräche
der Mitfahrenden sind besonders filmgeeignet. Klar, wenn Sie das Brüllen des
Löwen oder trompeten und schnauben der Elefanten erwischen, die bleiben drauf.
Für Ihren Videofilm zuhause
können Sie vieles an Musik benutzen, wie schöne Musik aus Kenia, daneben Songs aus dem Musical „König
der Löwen“ oder aus Filmen wie „Jenseits von Afrika“ usw. Ihnen
werden bestimmt noch mehr geeignete und Ihrem Geschmack entsprechende Titel
einfallen. Aber bei sog.öffentlichen Aufführungen
und Verbreitung der Filme (d.h. Weitergabe an Dritte) muss man die Musikrechte beachten - GEMA ! Tip: Gemafreie Musik kann man auch über Google finden.
Hier ein Beispiel für ausgezeichnete Safari Videos "Magic Masai Mara" von Michael Anders auf Vimeo
http://vimeo.com/3418991

Abschließend:
Was dazu gehört sind neben einer
guten Ausrüstung: Glück, Geduld und eine gehörige Portion Frustfestigkeit. Safari ist trotz Pauschaltourismus
immer noch ein kleines Stück letzte Freiheit und Abenteuer.
Seien Sie nicht enttäuscht, wenn nicht all Ihre Filme gleich denen im Fernsehen entsprechen. Dies ist umso mehr ein
Grund, mal wieder eine Safari in Afrika zu machen.
Denken Sie auch daran, dass berufsmässige Kameraleute (z.B. der BBC) und Naturfotografen wochen- und monatelang in Afrika Aufnahmen machen. Verglichen
mit dem engen Zeitfenster einer 3-5 tägigen Safari werden Sie dann durchaus mit
Ihrem Filmmaterial zufrieden sein können.

Begriffe:
Individuelle Safari mit gutem Safarianbieter wie Sunworld Safaris in Kenia und Tansania. Bei Fotosafari auf Pirschfahrt mit Kamera bzw. Camcorder beim Videofilmen im Nationalpark und im Reservat Affen, Antilopen, Flamingos, Geparden, Löwe, Leopard, Elefanten, Giraffen, Nashorn und Zebras filmen. Zur Ansicht in der Fotogalerie. Unterkunft in Lodge oder Camp im Amboseli mit dem Kilimanjaro, Masai Mara, am Mount Kenya, Samburu, Sweetwaters,
Ol Pejeta, Solio mit
seinen
Nashörnern, Lake Baringo, Lake Nakuru, Meru und im Tsavo. In Tansania unterwegs mit meiner Canon 50D, Safarifotos und Videofilme machen im Tarangire, am Lake Manyara, Ngorongoro und in der Serengeti. Beachurlaub an der Küste am Diani Beach. Heimflug von Mombasa oder Nairobi.
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